2000

5. März 2000

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5. März 2000

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Zofinger Tagblatt, 8. März 2000:

Mirjam Tschopp verzauberte Zofingen
Jubiläumskonzert: 250 Jahre Orchesterverein im Stadtsaal

5. März 2000
Ein Jubiläumskonzert statt einen gesellschaftlichen Anlass schenkte der Orchesterverein Zofingen am Sonntag sich selber und der Öffentlichkeit zu seinem 250. Geburtstag. Das Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven war so recht nach dem Geschmack des Publikums, und es genoss den musikalischen Leckerbissen, das Violinkonzert in D-dur mit der international bekannten Solistin Mirjam Tschopp, in vollen Zügen.

Mit Standingovations bedankte sich das Publikum am Sonntagabend im randvollen Stadtsaal in Zofingen bei der Geigenvirtuosin Mirjam Tschopp und beim jubilierenden Orchesterverein für das Violinkonzert in D-dur op. 61 von Ludwig van Beethoven. Die Solistin hatte das 45-köpfige Streicher- und Bläserensemble unter der Leitung von Nicolas Buicà zu so begeistertem Musizieren mitgerissen und hatte es regelrecht verzaubert, dass sich auch die Zuhörerinnen und Zuhörer — unter ihnen eine ganze Schulklasse — verzaubert fühlten. Dazu kam, dass vor allem die zwei Hauptthemen im ersten  (Allegro ma non troppo) und dritten  (Rondo — Allegro) Satz des einzigen Violinkonzertes Beethovens beim Wiedererkennen jenen Aha-Effekt auslösten, der das Herz weit öffnete — gleichsam zum Empfang eines lang ersehnten Geschenkes.

Raumerfüllende Soli
Mirjam Tschopp führte den Bogen kraftund temperamentvoll, fügte sich ins Orchester ein und dominierte es, spielte mit ihm und schwang sich empor zu souveränen Kadenzen, in denen die Doppelgriffe von ihrer Meisterschaft kündeten. Ihre Soli erfüllten den ganzen Raum, und selbst die hauchdünnen, zarten Töne in den obersten Lagen waren von solcher Intensität, dass das Publikum ebenso atemlos lauschte wie die Orchesterleute. Wunderschön waren die Echos — Melodien, die nacheinander von den verschiedenen Registern aufgenommen wurden: in anderen Stimmlagen, Klangfarben, Tonarten, rhythmischen und dynamischen Verfremdungen, besonders eindrücklich die Zwiesprache der Solovioline mit den Bläsern. In der Uraufführung, zwei Tage nach der Vollendung im Jahr 1806, hatte der begnadete Geiger Franz Clement diesen Solopart gespielt, den ihm Beethoven auf den Leib geschrieben hatte.

Es ist kaum verständlich, dass das Werk bald darauf in Vergessenheit geriet und erst 1844 in London seine zweite Premiere erlebte, als es Felix Mendelssohn neu entdeckte und mit Joseph Joachim aufführte. Seither gehört es zur hohen Schule und zum Standard-Repertoire aller Violinvirtuosen. Auch für Mirjam Tschopp wird es nicht bei dieser ersten öffentlichen Interpretation bleiben, wenn sie auch an ihrem nächsten Konzert am Ostermontag in Muri ein Violinkonzert von Felix Mendelssohn spielen wird.

In Zofingen beschloss sie ihren Auftritt mit der Sarabande in d-moll von Johann Sebastian Bach, einer Zugabe, die auch dem Orchester galt, das so gefühlvoll mit ihr musiziert und vor der Pause die erste Pariser Sinfonie aufgeführt hatte. Diese dreisätzige Komposition hatte Mozart in den Rahmen seiner Städte-Sinfonien gestellt und sämtliche Register gezogen, die ihm damals zur Verfügung standen. Denn bei der Erfüllung dieses Auftrages konnte der 22Jährige zum erstenmal aus dem Vollen schöpfen, das heisst die Möglichkeiten auskosten, die ihm ein grosses Streichorchester mit zwölf Bläsern — Hörner, Trompeten, Fagotte, Flöten, Oboen, Klarinetten — und Pauken erschloss. Daraus ergab sich eine lebhafte, farbige Musik, die besonders im ersten Satz Allegro Assai von der Dynamik neckischer Geigen lebte. Das Andantino verband die lieblichen, behutsamen Melodien der Streicher mit dem weichen Klang der Bläser, während der dritte und letzte Satz Allegro mit den wellenförmig von Register zu Register gleitenden Variationen eines Themas der Pariser Sinfonie ein beschwingtes Ende setzte. aa

Aargauer Zeitung:

Mit Mozart, Beethoven und einer strahlenden Solistin
Zofingen: Jubiläumskonzert des Orchestervereins im Stadtsaa

5. März 2000Zum Konzert «250 Jahre Orchesterverein Zofingen» strömten die Musikfreunde am Sonntagabend in Scharen in den Stadtsaal. Alle spendeten spontanen, lange andauernden Beifall und am Schluss eine rauschende «standing ovation»

HANS MAURER
Die erste «grosse» Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart. die «Pariser Symphonie» in D-dur  (KV 297), am 18. Juni 1778 in Paris erstmals aufgeführt, das wohl bekannteste und beliebteste Violin-Konzert, das Konzert D-dur, opus 61, von Ludwig van Beethoven, 1806 in Wien uraufgeführt — mit diesen beiden anspruchsvollen Meisterwerken setzte sich das Zofinger Laienorchester unter der Leitung des aus Rumänien stammenden Dirigenten und Musiklehrers Nicolas Buicà ein wahrhaft jubiläumswürdiges Ziel. Mit der 1976 geborenen Violinistin Mirijam Tschopp zog man eine brillante Solistin bei, die als strahlende Erscheinung, als makellose Technikerin und als jugendlich inspirierte Künstlerin dem Konzert die Krone aufsetzte. Zu Recht enthusiastisch gefeiert — ein Talent, das nicht kokettiert und in Zukunft noch vielen Konzerten Begeisterung verleihen wird.

Im 250. Jahr seines Bestehens verfügt der Zofinger Orchesterverein über ein bestens besetztes Orchester, das nur im Bläserbereich ergänzende Kräfte beiziehen muss: Ein Dutzend erste Violinen  (darunter elf Frauen), zehn zweite Violinen, fünf Violen, vier Celli, zwei Kontrabässe, mit den Zuzügern je zwei Querflöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte, Hörner und Trompeten sowie ein Paukenschläger, im Ganzen 45 Musikerinnen und Musiker. In Nicolas Buicà besitzt das Orchester einen aufmerksamen und präzise agierenden Leiter, dessen künstlerische Ausstrahlung aber leider sehr spärlich ist, der aber ein treffliches Zusammenspiel zu gewährleisten weiss.

Die beiden Werke des Jubiläumskonzertes führten das Laienorchester an seine Grenzen, wobei der Orchesterpart das Beethoven-Konzertes — wohl dank der Ausstrahlung der inspirierenden Solistin — temperamentvoller und klangsicherer gelang als die exponierte und heikle Zwiesprache zwischen Streichern und Bläsern bei Mozart.

Den Auftrag zur Sinfonie D-dur (KV 297) erhielt Mozart im Juni 1778 vom Leiter der Pariser Concerts spirituels. Es ist ein Übergangswerk von der Jugend zur Meisterschaft, die reichen orchestralen Mittel der Mannheimer Schule und die Klangfülle der Pariser Musik (mit einem bisschen Parodie) auswertend, auf dem Bläsersektor erstmals auch Klarinetten einsetzend. Die Bläser versahen ihre Aufgabe in allen drei Sätzen diskret und hell klingend, unter den Streichern vermisste man bei den ersten Violinen beschwingte Inspiration, es erstand alles etwas matt, im Andantino zaghaft und zu langsam, im abrundenden Allegro mit zu wenig Schwung.

Beethovens Violin-Konzert in D-dur, komponiert 1806 und am 23. Dezember 1806 durch den Geiger Franz Clement uraufgeführt, bietet dem Solisten und dem Orchester (trotz einiger Längen) ideale Ausdrucksformen, ist erfüllt von Leidenschaft und Gefühlsinnigkeit, pastoraler Schönheit; es motiviert die Interpreten zu Sonderleistungen. Die vier Paukenschläge am Anfang sind ein bestimmendes Element für das Werk; im Larghetto dominieren dann lyrische Strömung und innere Ruhe — von Mirijam Tschopp wunderbar ziseliert und in subtilster Tongebung vorgetragen: in den Ecksätzen entfaltete die Solistin ihre jugendliche Frische temperamentvoll und wurde vom beschwingten Orchester mit vollem Klang und ausdrucksvoller Dynamik unterstützt.

Im Laufe des Jahres 2000 wird noch eine detaillierte Geschichte des Zofinger Orchestervereins erarbeitet und publiziert. Gegen Ende des Jahres werden dann Orchesterverein und Gesangvereine gemeinsam in einem Konzert auftreten. 250 Jahre Orchesterverein Zofingen wird also substanziell zur Geltung gebracht. Möge der Impuls eine glückliche Zukunft sichern, an jungen Talenten mangelt es ja in der lebhaft besuchten Musikschule wahrlich nicht. Modeme Medien vermögen bewährte Traditionen persönlicher Kunst nicht auszulöschen.

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11. November 2000
12. November 2000

11. November 2000

11. November 2000

Aargauer Woche, 9. November 2000:

11. November 2000Zwei Opernabende zum Jubiläum «250 Jahre Music Collegium Zofingen»
Zofinger Stadtsaal: Stadtchor und Orchesterverein musizieren gemeinsam am Samstag und Sonntag 11. und 12. November

Der Stadtchor und der Orchesterverein Zofingen haben sich zusammengetan, um zum Jubiläum «250 Jahre Music Collegium Zofingen» gemeinsam ein grossen Opernkonzert zu geben.

Unter der Gesamtleitung von Andreas Fischer bereiteten sich die über hundert Mitglieder des Stadtchors und des Orchestervereins Zofingen in intensiven gemeinsamen Proben auf die beiden Aufführungen vom Samstag, 11. November, um 20 Uhr und Sonntag. 12. November, um 16 Uhr im Stadtsaal Zofingen vor.

Gemeinsame Proben waren keine Alltagskost
Die Sängerinnen und Sänger füllten zusammen mit den Orchestermitgliedern fast die ganze Aula des Primarschulhauses Zofingen, wenn sie sich dort zu den gemeinsamen Proben trafen und an den Musikstücken feilten, bis die beiden musikalischen Leiter Andreas Fischer (Stadtchor) und Nicolas Buicà (Orchesterverein) einigermassen zufrieden waren.

Aber immer wieder gab es Unterbrechungen, wenn Instrumentalisten oder Sänger nicht ganz sauber intonierten, wenn das Tempo nicht stimmte oder vom deutschen, französischen oder italienischen Text nur wenig zu verstehen war. Denn wie auf den Profibühnen werden die Chorlieder und Arien aus «Aida», «Rigoletto», «Nabucco», «La Gioc onda», «Samson et Dali», «Cavalleria Rusticana» und «Carmen» in der Originalsprache gesungen, was an den Chor doppelte Anforderungen stellt.

Auch das gemeinsame Musizieren mit Ursula Ferri, Mezzosopran, und Kenneth Roberson,Tenor, war nicht Alltagskost für den Stadtchor, zu dem sich vor zwei Jahren der Männergesangsverein und der Gesangsverein zusammengeschlossen haben. «Wir sind schon mehrmals mit Profis und mit Orchestern aufgetreten», blickte Präsident Ueli Schar auf die gemeinsamen Jahre zurück und kündigte an, dass für das nächstjährige Konzert eine Zusammenarbeit mit dem Ensemble von Matthias Sager geplant sei.

Und auch für Urs Gugelmann vom Orchesterverein Zofingen bedeutet das gemeinsame Konzert eine willkommene Abwechslung und zugleich eine Herausforderung, denn als Mitglied des Orchesters müsse man sich daran gewöhnen, dass der Dirigent seine Aufmerksamkeit auch dem Chor schenke. Mit Andreas Fischer zu musizieren, falle ihnen jedoch nicht schwer, da er auch auf die Einsätze für das Orchester achte, erklärt Urs Gugelmann.

Die zwei renommierten musikalischen Leiter
Der Gesamtleiter des Opernkonzertes, Andreas Fischer, der in Fislisbach wohnt, hat Klavier, Chorleitung und «Arrangement für Theater- und Filmmusik» studiert und bildet sich gegenwärtig in Sologesang aus. Er arbeitet als Klavierlehrer, Korrepetitor, Organist und Chorleiter.

Nicolas Buicà, ursprünglich aus Rumänien, ist seit vielen Jahren in der Region Zofingen tätig: als Musiklehrer für Violine und Dirigent des Männerchors Strengelbach sowie der Orchestervereine Zofingen und Rothrist. Er tritt als Solist und Konzertmeister in St. Gallen, Aarau und Luzem auf.

Zwei Gesangssolisten vom Opernhaus Zürich
Die Gesangssolisten gehören dem Ensemble des Opernhauses Zürich an und zeichnen sich aus durch eine grosse Vielseitigkeit des Repertoires. Ursula Ferri fühlt sich aber besonders im Belcanto zu Hause und singt mit ihrer drei Oktaven umfassenden Stimme in Oratorien ebenso wie in Opern. Kenneth Roberson hat im Lauf seiner Sängerkarriere vom Bariton zum Tenor gewechselt, nachdem er mit Schubert-Liedem in mehr als zwanzig Staaten der USA aufgetreten war. Auch er ist in der Oratorien- wie in der Opernwelt zu Hause.

Notenbuch aus dem letzten Jahrhundert
Während der gemeinsamen Proben von Stadtchor und Orchesterverein suchen beide Dirigenten ihre Leute zu Höchstleistungen zu animieren. und sie hoffen, dass das intensive Üben zu einem Erfolg führt. Denn leicht ist die musikalische Kost nicht, die die Vorstände ausgewählt haben. «Sie fordert jedes einzelne Mitglied heraus», sagen die beiden Präsidenten und berichten auch von der Mühsal, die Noten zu beschaffen. «Wir haben ein Notenbuch aus dem letzten Jahrhundert gefunden», erzählt etwa Ueli Schar, «das musste aber in aufwändiger Kleinarbeit neu gedruckt werden.»

Aargauer Zeitung, 13. November 2000:

Stolzes Musik-Jubiläum gefeiert
Zofingen: Opernkonzert zu 250 Jahre Music Collegium im Stadtsaal

11. November 2000

HANS MAURER
Musik bildet im Kulturleben einer Stadt ein fundamentales Element: für den Einzelmenschen und für die Gemeinschaft, aktiv gestaltend und aktiv aufnehmend. Das gilt für Zofingen seit jeher und besonders für die Gegenwart, wo für die Ausbildung und den öffentlichen Genuss von Musik verschiedenster Prägung ein grosses Angebot besteht — bis zur Schaffung neuer Musik durch Alfred Wälchli und Dieter Ammann, die sich nationales und internationales Ansehen erworben haben.

250 Jahre Music Collegium Zofingen: Dieses stolze Jubiläum wird im Programmheft zum Opernkonzert vom Wochenende im Stadtsaal mit einer kursorischen Geschichte des Ensembles nachgezeichnet. Orchesterverein und Stadtchor, beide mit erfreulich vielen Aktiven dotiert, pflegen heute das Erbe: Neben den Instrumentalisten bieten nun also auch Sängerinnen und Sänger Konzerte. Vereint widmeten sie sich am vergangenen Wochenende unter der Leitung von Nicola Buicà der italienischen und französischen Oper des 19. Jahrhunderts, brillant ergänzt durch zwei Mitglieder des Opernhauses Zürich.

Das vielgestaltige und gehaltvolle Programm wurde in kluger Disposition umgestellt, indem die Ausschnitte aus George Bizets allbekannter Oper «Carmen», eine Sopran-Arie aus «L'italiana in Algérie» von G. Rossini (Cruda sorte!/Già so per ratica) und eine Tenor-Arie aus «Rigoletto» (Parmi veder le lacrime) von G. Verdi den ersten Teil bildeten, wobei die beiden Solo-Sänger, die Mezzosopranistin Ursula Ferri und der Tenor Kenneth Roberson, von Andreas Fischer am Flügel begleitet wurden.

Nach der Pause wurde der zweite Teil durch den «Triumph-Marsch» aus Verdis «Aida» monumental eröffnet und ebenso machtvoll in getragener Festigkeit mit dem «Pomp and Circumstance March Nr. 1» (verstärkt durch den Chor mit einem Text von Mitgliedern des Stadtchores) von Edward Elgar abgerundet.

Temperamentvolle Gäste
Die beiden Solisten entfalteten sich mit zwei altbekannten Glanzarien, nunmehr begleitet vom Orchester: Kenneth Roberson mit der herrlich vitalen Arie «La donne è mobile» aus dem «Rigoletto» von Verdi und Ursula Ferri mit der innig schwärmerischen Arie «Mon coeur s'ouvre» aus «Samson e Dalila» von Camille Saint-Saëns, mit bewegender Wärme und viel Temperament vorgetragen.

Chor und Orchester intonierten sehr ausgewogen «Va pensiero» aus «Nabucco» von Verdi (als Zugabe am Schluss wiederholt), das Orchester trug allein ein Intermezzo aus «La Gioconda» von Amilcare Ponchielli (leuchtende Holzbläser) und «Nessun dorma» aus «Turandot» von Giacomo Puccini (eindrucksvolle Verhaltenheit) vor.

Musikalische Fülle
Indem das Orchester stets gegenwärtig war, allein und zusammen mit den Solisten und dem Chor spielte, ergab sich eine musikalische Fülle und Geschlossenheit, welche das Konzert zum strahlenden Jubiläumshöhepunkt emporhoben. Ein Opernkonzert als Festanlass: das erstaunte zunächst, es erwies sich im zweiten Teil als höchst sinngerecht. Im ersten Teil wussten wohl die beiden Solisten mit ihren klaren und trefflich geführten Stimmen zu überzeugen, die fragmentarischen Programmangaben verunklärten aber den Gesamteindruck. Generell: den Konzertbesuchern hätte am Eingang ein Flyer überreicht werden können. Dann wäre jedermann präzise orientiert gewesen über die Umstellungen und Ergänzungen: die mündliche Ansage war zu undeutlich.

Nicolas Buicà, der Dirigent des ganzen Abends, Ursula Ferri und Kenneth Roberson als erfahrene Profis, der Orchesterverein Zofingen und der Zofinger Stadtchor mit einer erstaunlichen Anzahl von Instrumentalisten, über 40 Sängerinnen und bescheidene 15 Sänger, die ihren Part aber kraftvoll intonierten, haben das Jubiläum 250 Jahre Music Collegium Zofingen festlich gefeiert und dafür einen nahezu ausverkauften Stadtsaal als Sympathiebekundung verbuchen können. Sie haben mit ausgewogenen Leistungen die Zofinger Musiktradition würdig fortgesetzt und dafür viel spontanen Beifall gefunden.

Zofinger Tagblatt, 14. November 2000

Musik aus Opern faszinierte das ausverkaufte Haus
Stadtchor und Orchesterverein Zofingen boten grosses Jubiläumskonzert im Stadtsaal Zofingen

11. November 2000Das gemeinsam gestaltete grosse Opernkonzert von Stadtchor und Orchesterverein Zofingen aus Anlass des Jubiläums «250 Jahre Music Collegium Zofingen» am letzten Samstag und Sonntag vor ausverkauftem Stadtsaal bot ein mit grossem Beifall quittiertes Hörvergnügen. Das gemeinsame Musizieren der beiden Zofinger Instrumental- und Vokalvereine wurde aufs Schönste bereichert durch die beiden Gesangssolisten Ursula Ferri, Mezzosopran/Sopran und Kenneth Roberson, Tenor. Die beiden Leiter Andreas Fischer, Fislisbach, und Violonist Nicolas Buicà, Zofingen, hatten ein gediegenes Programm verschiedener Opernstars von Georges Bizet, Giuseppe Verdi, Amilcare Ponchielli, Giacomo Puccini. Camille Saint-Saëns und Edward Elgar zusammengestellt.

Maximum herausgeholt
Die Konzerte stiessen auf grosses, positives Echo. Was geboten wurde, war erstaunlich. Die beiden Leiter Nicolas Buicà, Dirigent des Orchestervereins Zofingen, und Andreas Fischer mit dem Stadtchor holten aus den vorwiegend aus Laien bestehenden Formationen das Maximum heraus. Dass dies nur durch härteste Probenarbeit dank jedes Einzelnen möglich wurde, liegt auf der Hand. Seit Februar wurde dieses Programm einstudiert, wobei die Hürde der Gemeinsamkeit, der gemeinsamen Einsätze, aber auch das gleichwertige Nebeneinander mit Erfolg erreicht wurde. Besonders schön ist es, dass sich zwei Zofinger Formationen zusammenfanden und diese harte Arbeit zu solch einem Glanzresultat führten. Der Prophet im eigenen Lande wurde gehört und mit Riesenapplaus zu Recht gefeiert.

Zur Konzerteröffnung intonierte das Orchester mit Konzertmeister Nicolas Buicà unter der Gesamtleitung von Andreas Fischer das Vorspiel zum 1. Akt der Oper «Carmen» von Georges Bizet. Stierkampfstimmung und Schicksalsmotiv Carmens wurden fein herauskristallisiert. Aus dem vierten Akt erklangen dann Chorsätze, in französischer Sprache gesungen, wobei Orchester und Chor beachtliche Reserven freisetzten.

Musikalische Leckerbissen
Stadtchorpräsident Ueli Schär verkündete darauf einen Konzertblock mit den beiden erwähnten Solisten mit der «Blumenarie» aus Carmen durch den jungen amerikanischen Tenor Kenneth Roberson vom Opernhaus Zürich, der Schweizer Opernsängerin Ursula Ferri, ebenfalls am Opernhaus Zürich engagiert, mit der virtuos ausgelegten «Habanera», die Carmen im ersten Akt singt und dem ihr keine Aufmerksamkeit zollenden Jose die Akazienblüte ins Gesicht wirft. Wunderbar dann das folgende Duett der beiden. Ursula Ferri — obwohl leicht erkältet — überzeugte durch ihr enormes Klangvolumen. Sie verfügt über eine stimmliche Bandbreite von über drei Oktaven, dazu ihre enorme Gestaltungskraft.

Nach diesem Leckerbissen aus «Carmen» folgten als weitere Soli der beiden am Opernhaus Zürich Engagiertem die im Stadtsaal von Andreas Fischer am Flügel begleitet wurden, das innig dargebotene «Parmi veder le lacrime» aus «Rigoletto» von Giuseppe Verdi, gesungen von Kenneth Roberson, und das bravourös dargebotene «Cruda sorte» aus Rossinis «L’italiana in Algeri» von Ursula Ferri. Weitere «Rosinen» folgten nach der Pause, wo im abschliessenden Block der glänzend intonierte Triumphmarsch aus «Aida» von Verdi durch das Orchester intoniert wurde, fein ausgelegt die Trompete und Bläser zum Klang der Streicher, und der Chor nochmals über sich hinauswuchs.

Auch das Orchester glänzte
Auf Riesenbegeisterung stiessen dann die vom Orchester begleiteten Soli der beiden Gesangssolisten beziehungsweise mit Chor und Orchester wie «La donna e mobi.le» aus Verdis «Rigoletto» und «Va pensiero» aus «Nabucco», das der Chor am Schluss als Zugabe wiederholte.

Ein Ohrenschmaus war auch der Orchestervortrag aus «La Giocaonda» von Amilcare Ponchielli mit dem Kontrast der hellen Flöten und Oboen zum Klang der Streicher sowie die nachfolgende Arie aus «Samson et Dalila» von Ursula Ferri, die «Mon coeur s’ouvre» von Camille Saint-Saëns faszinierend gestaltete. Herrlich dann das Orchester mit «Nessun dorma» aus Puccinis «Turandot» und abschliessend mit dem Stadtchor zusammen «Pomp and Circumstance» von Edward Elgar, eines eher selten zu hörenden Komponisten.

Noch einmal sei die enorme Leistung der beiden Zofinger Formationen erwähnt, die ihr Können gewaltig steigerten. Man kann sich schon jetzt auf eine weitere gemeinsame Konzertveranstaltung freuen. bhä

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