2012

8. Mai 2012 Theater Basel
11. Mai 2012 Stadtsaal Zofingen

Ballettabende

 

Konzerthinweis und Echo im Zofinger Tagblatt

1. Mai 2012

Ballettabend im Stadtsaal

ZOFINGEN  Angehende Berufstänzerinnen und -tänzer zeigen ihr Können

Ballettschule

Am Freitag, 11. Mai, gewährt die Ballettschule des Theaters Basel Einblick in das Schaffen ihrer Berufsklassen. Angehende Berufstänzerinnen und -tänzer zeigen ihr Können. Das Orchester Zofingen begibt sich in den Orchestergraben und gibt den Blick frei auf die Bühne. Es erklingen Werke von Beethoven, Piazzolla und anderen.

DIE BALLETTSCHULE des Theaters Basel gehört zu den bedeutendsten der Schweiz. Schüler aus der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Italien, den USA und Japan, welche das klassische Ballett zu ihrem Beruf machen wollen, erhalten dort eine erstklassige Ausbildung. Die Schule steht unter der Direktion von Richard Wherlock, welcher auch Direktor und Chefchoreograf des Basler Balletts ist. Diese enge Verbindung zur Praxis ermöglicht den Schülern einen intensiven Einblick in den professionellen Alltag.  Die Schulleitung liegt in den Händen von Amanda Bennett. Die Ausbildung dauert fünf Jahre und kann bereits mit dem 13. Lebensjahr begonnen werden. Sie findet in kleinen Klassen bei individueller Betreuung statt und misst der Entwicklung der Persönlichkeit und der Bühnenpr.senz eine grosse Bedeutung zu. Die Schule ist eng an die Sportklassen der Kantone Basel-Stadt und Baselland und die Organisation «Basel Talents» gebunden. So erhalten die Schüler neben ihrer Tanzerziehung auch eine erstklassige Ausbildung in den allgemeinbildenden Fächern.

Viele Schüler kommen von auswärts. Die Jüngeren werden in Familien untergebracht, sodass sie unter der Aufsicht von Erwachsenen stehen. Ältere teilen sich häufig ein Appartement als Wohngemeinschaft. Die Choreografie zur Musik von Beethoven, Piazzolla, Barber und Glass besorgten der Amerikaner Roderick George, der Engländer Duncan Rownes und der Russe Vitali Safronkine, welche alle für das Theater Basel tätig sind. Rownes ist als Pädagoge an der Ballettschule tätig, George und Safronkine sind Tänzer. Die musikalische Leitung liegt bei Christoph Moor. Johanna Schneider übernimmt den Solopart im Largo aus Beethovens erstem Klavierkonzert, Matthias Sager in Astor Piazzollas «Oblivion».

14. Mai 2012

Fest der Sinne für Ohren und Augen

Zofingen Partnerschaftlicher Auftritt des Orchesters Zofingen und der Ballettschule des Theaters Basel

Ballettabend

Das Fenster zur Ballettschule Basel muss sich Christoph Moor, seit 2005 Leiter des Orchesters Zofingen, während seines Studiums an der Musikhochschule Basel geöffnet haben. Es ist offen geblieben. Zum zweiten Mal kam das Publikum am Freitagabend im Stadtsaal in den Genuss eines gemeinsamen Ballettabends. Musik und Tanz stehen seit jeher in einer engen Beziehung zueinander. Eine besonders intensive muss sich innert kurzer Zeit zwischen dem Orchester Zofingen mit Christoph Moor am Pult und der Berufsklasse der Ballettschule Basel unter der Leitung von Amanda Bennett aufgebaut haben. Das war jedenfalls der Eindruck, den die perfekte Vernetzung zwischen der aus dem Orchestergraben kommenden Musik und den tanzenden Figuren auf der Bühne hinterlassen hat.

Emotionen in Bewegung umgesetzt
Der Ballettabend begann mit Samuel Barbers «Adagio for Strings». Es erhielt den Ruf als «traurigstes klassisches Stück», weil die Komposition bei der Beerdigung berühmter Persönlichkeiten und am 13. September 2001 zum Gedenken an die Verstorbenen beim Anschlag auf die «Twin Tower» abgespielt wurde. Das Orchester malte die Stimmungsbilder in epischer Breite, hauchzarten Schattierungen und in gequält wirkenden Dissonanzen aus, die sich gegen den Schluss hin dramatisch steigerten. Ebenso expressiv wirkten auf der Bühne die in Schwarz und Weiss auftretenden Tänzer Mushegh Agajanyan und Gaetano Terrana mit ihrer  Körpersprache, jede Bewegung absolut synchron. Das Orchester blendete sodann als Zwischenmusik zwei Sätze aus Peter Warlocks «Capriol Suite» ein, wobei die «Pavane» an Bachs Weihnachtsoratorium erinnerte. Danach entfernte sich die Cellistin Johanna Schneider aus dem Orchester und übernahm den Solopart im 2. Satz «Largo» aus Beethovens Klavierkonzert Nr. 1. Sie versah es mit dem darin herrschenden weihevollen und erhabenen Ausdruck, ganz in diesem Sinn begleitet vom Orchester. Im Einklang mit dieser musikalischen Gefühlswelt setzten drei Ballettpaare die Musik in ein schwebendes, lautloses Gleiten um.

Dialog zwischen Ton und Tanz
Im weiteren Programm gab der Tanz den Takt an, vorerst mit spanischem Temperament in «Asturias» von Isaac Albéniz. Das Orchester griff mit eilendem Pizzicato und abrupt abgerissenen Akkorden in die Saiten, in «Orientale» kam das arabische Erbe Spaniens zum Vorschein, und im wilden Getümmel von «Seguidillas» begannen die Bogen der Streicher zu tanzen. Gefühlsschwankungen zwischen Leid und Glück, Ruhe und Unruhe erhielten sodann in Astor Piazzollas «Oblivion» Ausdruck. Das Orchester malte sie in spannungsvollen Passagen akzentreich und sehr beweglich aus, Matthias Sager fügte ihnen den Schmuck seiner Soloeinlagen hinzu. Drei Tanzpaare legten den musikalischen Bilderbogen auf ihre Art aus, fortlaufend neue Figuren bildend, zu Knäueln aus Körpern geballt und wieder aufgelöst. Zur Hochform lief das Ballett in der Fortsetzung der «Capriol Suite» mit den Sätzen «Mattachins» und «Pieds-en-l’air» auf. Zum Takt von «one, two, three, four» bahnte sich eine geordnete, abgezirkelte Inszenierung von zwölf auf der Bühne herumjagenden Körpern an, «Pieds en l’air» in die Tat umsetzend, wobei jedoch nicht nur die Füsse, sondern auch die anderen Extremitäten regelrecht durch die Luft flogen. Dieser Effekt wurde verstärkt durch die schwarze Körperbekleidung vor dunklem Hintergrund, so dass nur noch die nackte Haut hervorleuchtete.
 

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21. Dezember 2012
22. Dezember 2012

Händel: Der Messias


Programmheft:

 

Regula Konrad, Sopran

Regula Konrad

Die Sopranistin Regula Konrad wurde in Hägglingen (Schweiz) geboren. Sie ergriff ein Studium der Musikwissenschaft und Kunstgeschichte, bevor sie ihre sängerische Ausbildung am Konservatorium in Zürich begann.  Sie erlangte dort bei K. Huber das Lehrdiplom für Sologesang. Danach folgte ein Aufbaustudium in der Konzertklasse von Kurt Widmer an der Hochschule für Musik in Basel und der erfolgreiche Abschluss der Studien mit dem Konzertdiplom. Diverse Meisterkurse besuchte sie u.a. bei Ingeborg Danz (Köln), Bodil Gümoes (Kopenhagen), Margreet Honig (Amsterdam), Tamar Rachum (Tel Aviv) und René Jacobs (Schola Cantorum Basiliensis).

Regula Konrad ist Dozentin für Sologesang an der Hochschule für Musik in Basel und eine gefragte Solistin. 2007 honorierte das Aargauer Kuratorium ihre Arbeit mit einem Beitrag an das künstlerische Schaffen. Eine rege Konzerttätigkeit führte Regula Konrad u.a. durch die Schweiz, nach Oesterreich, Deutschland, Belgien, Portugal und Spanien. Zahlreiche Rundfunkaufnahmen (Radio DRS, ORF u.a.) dokumentieren ihre sängerische Laufbahn. Sie war bei bedeutenden Festivals wie «Semana Musica Religiosa Cuenca», «Salzburger Festspiele: Barockpfingsten» und «World New Music Days» als Solistin zu Gast. Regula Konrad wirkte als Solistin in Konzerten mit verschiedenen Ensembles wie u.a. «Basler Madrigalisten», «Basler Vokalsolisten», «La Capella Reial de Catalunya», «Concerts des Nations», «il desiderio», «Tonhalle Orchester Zürich». Sie arbeitete mit Dirigenten wie Christoph Coin, Paul Mc Creesh, Ton Koopman, und Jordi Savall, mit welchem sie zwei CDs, «Missa Bruxellensis» und «Requiem» von H.I.F. Biber, einspielte.

Olga Machonova Pavlu, Alt

Olga Machonova PavluOlga Machonova Pavlu wurde in Prag geboren und lebt heute in Riehen, Schweiz. Ihr breitfächriges Musikstudium (Klavier, Komposition, Dirigieren, Chorleitung und Gesang) hat sie in der Tschechischen Republik (Prag, Konservatorium) sowie in der Schweiz (Basel/Zürich, Musikhochschule) absolviert. Sie absolvierte ihr Dirigierstudium bei Manfred Honeck, Ralf Weikert und Horst Stein, Theorie lernte sie bei Rudolf Kelterborn, Gesang bei Maria Sandulescu, Denis Hall und KS Gundula Janowitz. Heute ist Olga Machonova Pavlu als Dirigentin und Sängerin tätig. Als Dirigentin arbeitete sie bis jetzt im Bereich Oper an der Staatsoper Prag, im Ständetheater Prag, im Nationaltheater Brün, am Opernstudio Zürich, im Bereich Konzert mit den Sinfonieorchestern: Prager Kammerphilharmonie, Filharmonie B. Martinu, Radiosinfonieorchester des SWR Stuttgart, Sinfonieorchester Basel, Concertino Basel, Sinfonietta Basel. Als Mezzosopranistin tritt sie als Konzertsängerin im In- und Ausland auf. Sie hat mehrere Preise erhalten, u.a. Sue memorial Bursary, England, Preise des Schweizerischen Tonkünstlervereins. Sie war Finalistin im Internationalen Dirigentenwettbewerb in Besançon und arbeitet regelmässig mit dem Festival «Musikfesttage B. Martinu» zusammen. 2006 wurde ihr von der tschechischen Regierung sowie der Karls-Universität in Prag ein Kulturpreis Preis verliehen.

Niklaus Rüegg, Tenor

Niklaus RüeggDer Tenor Niklaus Rüegg schloss 1981 sein Studium in Germanistik und Anglistik an der Uni Basel mit dem Lizentiat ab. Parallel dazu hatte er Gesang studiert und gewann ein zweijähriges Begabtenstipendium beim Migros-Genossenschafts-bund. 1983 erlangte er an der Musikhochschule Basel das Diplom als Opernsänger. Bereits ein Jahr zuvor erfolgte mit Mengone in J. Haydns «Lo Speziale» sein Solistendebüt am Theater Basel. Weitere Engagements führten ihn unter anderem an die Theater Biel-Solothurn, Luzern, St. Gallen, Opéra de Lausanne, Opernhaus Zürich, Staatstheater Darmstadt, Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, Musical Theater Basel und Neue Flora Hamburg. Sein Bühnenrepertoire umfasst einige Dutzend Partien in Oper, Operette und Musical, z.B. Tamino, Ferrando (Mozart), Fileno, Orlando Paladino (Haydn), Ernesto (Donizetti), Lysander (Britten), Le Roi Carotte (Offenbach), René Graf von Luxemburg, Fürst Basil (Lehár), Eisenstein (Die Fledermaus), Henry Higgins (My Fair Lady). Das Phantom in Lloyd-Webber’s «Das Phantom der Oper» verkörperte er in Basel und in Hamburg. In den letzten Jahren ist er mit diversen Uraufführungen in Oper und Konzert und vermehrt als Operettendarsteller in Erscheinung getreten. Niklaus Rüegg ist auch als Konzertsänger, Gesangspädagoge und Journalist tätig.

Daniel Reumiller, Bass

Daniel ReumillerDaniel Reumiller studierte bei Leni Neuenschwander in Mannheim, bei Dennis Hall in Bern und bei Antoinette Faës in Fribourg. Er nahm an verschiedenen Meisterkursen teil, so bei Paolo Montarsolo an der «Renata Scotto Academy» in Savona (It) und bei Ks. Waltraud Meier und bei Evgenji Nesterenko. Verschiedene Kurse für Operndarstellung rundeten seine Ausbildung ab. 2004 war er Preisträger der Stiftung Senzaltro.

Daniel Reumiller übt eine vielseitige Tätigkeit als Konzertsänger in der Schweiz und im Ausland aus. Sein Repertoire reicht vom Barock bis zur Moderne (z.B. Uraufführung von Bruno Leuschners «Sonata Crìtica» nach Texten von Pablo Neruda) und umfasst Oratorium, Oper und Lied.

Im Opernfach debütierte Daniel Reumiller in Fribourg als Betto di Signa in «Gianni Schicchi». Es folgten u.a. Engagements als Komtur (Don Giovanni), Uberto (La Serva Padrona), Graf Laski (Le roi malgré lui), Graf (Le Nozze di Figaro) und Osmin (Die Entführung aus dem Serail).

Zofinger Stadtchor

Stadtchor

Die Wurzeln reichen weit ins 18. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1750 wurde das Collegium Musicum Zofingen gegründet. Aus diesen Anfängen entstanden sowohl die Vorgängervereine unseres Chores als auch der Orchesterverein.

Der Zofinger Stadtchor ging 1998 aus dem Männergesangverein und dem Gesangverein hervor. Die beiden Chöre konnten auf eine langjährige Tradition in der Pflege des Chorgesangs zurückblicken. Seit Jahren traten sie unter gemeinsamer Leitung als gemischter Chor auf. Das Repertoire besteht sowohl aus weltlichen wie auch aus geistlichen Werken. Der Zofinger Stadtchor versteht sich als Laienchor mit dem Anspruch, auch grössere Werke im Konzert aufzuführen. Qualität im Gesang stehen dabei an gleich wichtiger Stelle wie die Freude am Singen. In regelmässigen grösseren Konzerten sowie jährlichen kleineren Anlässen tritt der Chor mit wechselndem Programm an die Öffentlichkeit.

Internet: www.stadtchor.ch

Allschwiler Kantorei

Allschwiler Kantorei

Die Allschwiler Kantorei wurde 1929 gegründet und steht seit 1996 unter der Leitung von Matthias Heep. Sie besteht zur Zeit aus ca. 35 Sängerinnen und Sängern. Sie wirkt ungefähr einmal im Monat im Gottesdienst mit und gibt ein bis zwei Konzerte im Jahr unter Mitwirkung von Solisten und Orchestern. Das Repertoire umfasst Werke vom Frühbarock bis zur zeitgenössischen Chormusik.

Matthias Heep
Matthias HeepNach dem Abschluss des Studiums der Germanistik und Musikwissenschaften an der Universität Heidelberg studierte Matthias Heep Chorleitung, Komposition und Musiktheorie in Basel bei Hans-Martin Linde und Detlev Müller-Siemens. Matthias Heep ist akreditierter Lehrer für Musiktheorie beim Schweizerischen Musikpädagogenverband SMBV und leitet mehrere Chöre (u.a. Universität Bern, Theaterchor Winterthur). Daneben arbeitet er als freischaffender Komponist. Unter seinen Werken fand besonders eine Reihe von Opern und Musiktheaterstücken Beachtung, zuletzt die im Juni 2007 an der Staatsoper Stuttgart uraufgeführte Kammeroper «Träumer», das mit Mahmud Turkmani zusammen geschriebene Traumspiel «L'Orient n'éxiste pas» (Basel/Bern 2010).  Weitere Projekte: Markuspassion für Soli, Chor und Orchester (UA, der revidierten Fassung; Bachchor Basel, März 2013, «Momo» nach Michael Ende (Kammeroper, UA, Staatstheater Stuttgart juni 2013).

Markus J. Frey, Leitung

Markus J. FreyMarkus J. Frey ist im Baselbiet aufgewachsen. Er studierte Pädagogik in Dornach und arbeitete als Klassen- und Musiklehrer an verschiedenen Schulen in der Region Basel, Schaffhausen und Zürich. Paralell dazu studierte er Gesang bei Heidi Wölnerhanssen in Basel (Lehr- und Konzertdiplom SMPV). Bedeutende Impulse erhielt er von Denette Whitter (Deutsche Opern- und Konzertakademie, Nürnberg). Er besuchte Meisterkurse bei KS Inga Nielsen in Kopenhage/DK und Margreet Honig in Amsterdam/NL. Bei Prof. Hans-Michael Beuerle in Freiburg/DE, Dr. Beat Raaflaub in Basel/CH und Josef Zaugg in Thun/CH bildete er sich in Chor- und Orchesterleitung aus.

Er leitet den Zofinger Stadtchor seit 2010. Daneben ist er musikalischer Leiter des Gemischten Chor Seltisbergs und des gemischten Chores von Rudolfstetten-Friedlisberg. Seit 2010 ist er zudem Kantonaldirigent des Chorverbandes beider Basel. Eine rege Konzerttätikeit und Operntournee führte ihn durch die Schweiz und ins angrenzende Ausland. Beim Schweizerischen Kirchengesangsbund ist er im Zentralvorstand tätig und zuständig für den Bereich Kurse für Singende und Chorleitende. Markus J. Frey unterichtet Gesang in Hettenschwil und Rudolfstetten und leitet Stimmbildungskurse bei verschiedenen Chören.

http://www.frey-musik.ch


Presse

Zofinger Tagblatt, 15. Dezember 2012:

Das Oratorium von Händel

Zofingen  Der «Messias» – die Lebens- und Leidensgeschichte von Jesus

Händel: Der Messias, Vorbereitung

Der «Messias» gehört seit seiner Uraufführung im April 1742 in Dublin bis heute zu den bekanntesten Werken geistlicher Musik. Das jubelnde «Halleluja» gilt als ein Meisterstück, das weltweit zum Inbegriff eines begeisterten Lobgesangs geworden ist. Es steht am Schluss des zweiten Teils mit dem Titel «Passion und Auferstehung», unmittelbar vor der Arie «Ich weiss, dass mein Erlöser lebt». Händel selber soll während der Komposition gesagt haben: «Ich habe den Himmel offen und den Schöpfer selbst gesehen.» Das muss so gewesen sein, denn der «Messias» entstand in 22 Tagen.

DER STADTCHOR HAT seine Fähigkeiten und Qualitäten schon mehrfach in anspruchsvollen Konzerten unter Beweis gestellt. Trotzdem bedeutet die Einstudierung des «Messias» eine besondere Herausforderung. Die Mitglieder nehmen sie mit Ausdauer und Einsatzbereitschaft an. Mit den Proben wurde bereits im März begonnen. «Wir hatten eigentlich schon das ganze Jahr Weihnachten», erklärte eine Sängerin. Diese häufen sich kurz vor der Aufführung am 21. und 22. Dezember in der Stadtkirche. Am 19. Dezember erhalten Chor, Streicher, Trompeten, Pauke, Oboen und Fagott den letzten Schliff, und am 20. Dezember wird in der Stadtkirche die Generalprobe im Handlungsablauf des Oratoriums durchgeführt.

DER «MESSIAS» BESCHREIBT in drei Teilen die Lebens- und Leidensgeschichte von Jesus und die Auferstehung des Erlösers. Die Aufführung in der Stadtkirche konzentriert sich in gekürzter Fassung und deutschem Text auf die wichtigsten und musikalisch wertvollsten Stellen des Oratoriums. Das Publikum darf ein nachhaltiges Konzerterlebnis erwarten. Dafür sorgt auch die Mitwirkung der Kantorei Allschwil zur Verstärkung des Stadtchores und die Ergänzung des Orchesters mit Bläsern. Insgesamt beteiligen sich am «Messias» ausser den vier Solisten rund hundert Sängerinnen und Sänger sowie vierzig Orchestermitglieder. Dirigent Markus J. Frey ist es gelungen, sie zu einem vom gleichen Geist geleiteten Klangkörper zu verbinden. In den Proben wurden immer wieder einzelne Stellen hinterfragt und perfektioniert. (KBB)


Zofinger Tagblatt, 24. Dezember 2012:

Ein erhabenes Musikerlebnis

Zofingen Stadtchor und Orchester führten das Oratorium «Messias» auf

Händel: Der Messias

VON KURT BUCHMÜLLER
Der Stadtchor und das Orchester Zofingen hatten sich mit der Aufführung des «Messias» viel vorgenommen. Von Anfang an war klar, dass der Stadtchor zwar wohl über die gesanglichen Qualitäten zur Aufführung eines solchen Oratoriums verfügt, aber nicht genügend Stimmen in den häufig auf einzelne Register aufgeteilten Chorpartien stellen kann. Die Verstärkung kam von dreissig Sängerinnen und Sängern der Allschwiler Kantorei. Das Orchester wiederum ergänzte die ihm fehlenden Bläser durch Berufsmusiker. Die Gesangssoli wurden von Regula Konrad (Sopran), Olga Machonova (Alt), Daniel Reumiller (Bass) und Niklaus Rüegg (Tenor) besetzt, der kurzfristig für den ursprünglich vorgesehenen David Munderloh einspringen musste. Dirigent Markus J. Frey übernahm die Aufgabe, alle miteinander zu vernetzen und zur Einheit in Harmonie, Ausdruck und Aussage zu verschmelzen.

«Messias», eine Herausforderung
Nach monatelanger individueller Einstudierung folgte der musikalische Feinschliff im Zusammenspiel von Chor und Orchester. Dabei vollbrachten die Laienmusiker aus Allschwil und Zofingen eine höchst respektable Leistung. Ohne ein von Idealismus, Ausdauer und Begeisterung für das Werk getragenes Engagement wäre die Aufführung eines solch gewaltigen Werkes nicht möglich. Im Oratorium «Messias» beschreibt der Komponist Georg Friedrich Händel die christliche Heilsgeschichte. Sie beginnt mit den Prophezeiungen im Alten Testament, setzt sich fort mit der Geburt Jesu, seinem Tod am Kreuz und endet mit der Auferstehung. Es ist die wohl am meisten berührende und eindrücklichste Umsetzung dieses Themas in Musik. Da kommen Melodien vor, die immer wieder in Wunschkonzerten aufgerufen werden, wie die tief berührende Hirtenmusik oder das jubilierende «Halleluja» sowie die triumphierende Arie «Sie schallt, die Posaun», wo die tiefe Bassstimme zusammen mit den hellen Tönen der Trompete das Sterbliche überwindet.

Interpretation mit viel Herzblut

Es ist ein Unterschied, ob ein Auftritt vor der eigenen Bevölkerung in der Kirche der Stadt, zu der man selber gehört, geschieht, oder anonym vor einem weitgehend fremden Publikum. Es war deutlich wahrnehmbar, wie intensiv und anpassungsfähig sich Chor und Orchester mit der Heilsgeschichte des «Messias» identifizierten und so auch das Publikum in deren Bann ziehen konnten. Dirigent Markus J. Frey achtete fortwährend auf ein ausgewogenes Klangbild, liess bestimmte Passagen von Chor und Orchester hervorheben, sorgte für ernste Stimmungsbilder bei Glaubensbekenntnissen und für feierliche, wenn von der Ehre Gottes und dem Frieden auf Erden die Rede war. Dies geschah in einem fliessenden Zusammenspiel und im Einklang zwischen Orchester, Solisten und Chor.

Das Orchester gab ein Musterbeispiel gepflegter, fein abgestimmter Klangbildung in der Hirtenmusik des ersten Teils. Olga Machonova (Alt) und Regula Konrad (Sopran) wiederum versahen das ebenso schlichte wie besinnliche «Er weidet seine Herde » mit dem Wohlklang und der klaren Artikulation ihrer Stimmen, und der Chor entfachte im «Halleluja» einen einzigen Jubelgesang im Wettstreit zwischen den Männer- und Frauenstimmen. Unvergesslich bleibt auch, wie Chor und Orchester zum Schluss des «Messias» wiederholt bekräftigten «Ihm gehört das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht in alle Ewigkeit. Amen». Wie kurzlebig ist doch unsere Zeit und wie unvergänglich ein Werk wie der «Messias». Die Mitwirkenden an dieser Aufführung haben dafür ein Zeichen gesetzt.

  2013